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Oskar und die Dame in Rosa

nach Eric-Emmanuel Schmidt

Oskar und die Dame in Rosa
Oskar und die Dame in Rosa
Oskar und die Dame in Rosa

Der zehnjährige Oscar hat Leukämie und weiß,daß er nur noch kurze Zeit zu leben hat. Seine Eltern können damit nicht umgehen, meiden das Thema und entziehen sich ihm. Nur Oma Rosa, eine alte Krankenschwester, hat den Mut mit Oscar zusammenzusitzen und über seine Fragen nachzudenken. Sie rät ihm, sich jeden verbleibenden Tag wie zehn Jahre vorzustellen, und so durchlebt Oscar auf wundersame Weise ein ganzes Menschenleben: Pupertät, erste Liebe, Eifersucht, Midlife-Crisis und das Alter.

Glücklich, erschöpft und manchmal auch enttäuscht und nachdenklich erstattet er, von Oma Rosa ermutigt, dem lieben Gott davon Bericht, was ihn allmählich mit seinem Schicksal versöhnt.

Spieldauer: ca. 1h 20
Spiel: Cornelia Fritzsche
Ausstattung: Kerstin Schmidt
Regie: Irene Voß

Interviev mit Regisseurin und Darstellerin


Das Stück handelt über einen Zehnjährigen, der an Leukämie sterben wird: Wie kamen Sie darauf, ein so schwieriges Thema anzugehen?

Irene Voß: In unserem Freundeskreis gab es im letzten Jahr so eine schwere Erkrankung. Und plötzlich steht die Zeit still. Alle Dinge nimmt man anders wahr. Die Werte verschieben sich. Man stellt sich auf einmal Fragen - nach dem eigentlichen Sinn des Lebens. Die schwierigste Frage überhaupt. Dass dieses sensible Thema sehr viele betrifft, begreift man erst richtig, wenn man damit konfrontiert wird. Wir suchten also nach einem entsprechenden Text, der für uns und das Publikum machbar erschien, und fanden das Buch von Eric-Emmanuel Schmitt, eigentlich kein Kinderbuch, aber wir finden es durchaus für Kinder ab zwölf Jahren geeignet. Es ist ja ein Familienthema.

Cornelia Fritzsche: Ich war vor einigen Jahren selbst einmal Spender. „Mein Patient“ wurde als geheilt entlassen. Seitdem beschäftigt mich das Thema.

Weiß Oscar, dass er sterben wird und wie geht er damit um?

Irene Voß: Er ist zehn – also alt genug, um zu begreifen, was vor sich geht. Kinder gehen mit dem Thema Tod, der ihnen noch abstrakter erscheint als Erwachsenen, oft ergreifend tröstlich um, unbewusst und instinktiv. Ein Kind löst Aufgaben phantasievoll und geht scheinbar spielerisch mit seinem Umfeld um. Aber nur, solange es von Erwachsenen motiviert wird. Diese Aufgabe übernimmt im Stück eine alte Krankenschwester, die Oscar vorschlägt, dem „lieben Gott“ Briefe zu schreiben und jeden Tag so anzusehen, als ob er zehn Jahre dauern würde. Darauf kann sich nur ein Kind einlassen.

Was tun Oscars Eltern?

Cornelia Fritzsche: Auf den ersten Blick kommen sie nicht gut weg. Sie entziehen sich dem Kind, weil sie selbst voller Ängste und Schmerzen sind, aber das ist verständlich, denn sie verlieren ihr Kind.

Irene Voß: Ihre Handlungen sind letztlich sehr menschlich. Wie soll man sich selbst und seinem Kind erklären, dass es sterben wird und man nichts tun kann.

Die anderen Kinder?

Cornelia Fritzsche: Ganz normal, wie Kinder eben sind… Wir wollen noch nicht alles verraten.Irene Voß: Sie sind im Buch das Wunderbarste! Wir haben versucht, Ihnen so viel Raum wie möglich zu geben.Das Stück ist für Kinder und Erwachsene. Sehen große Zuschauer mehr als kleine?

Irene Voß: Die besondere Form des Puppentheaters bewirkt oft, dass auch Erwachsene diese Miniaturwelt durch Kinderaugen betrachten. Nein, Erwachsene sehen nicht mehr als Kinder. Nur anders.

Ist es nur ein trauriges Stück, oder kann man auch lachen?

Cornelia Fritzsche: Ich denke, es gibt einiges zum Lachen, wär' ja sonst nicht zu ertragen, oder?